Theater: Deutscher

„Deutscher“ kommt in der Theaterfassung von John von Düffel am Sonntag, 18. Oktober, auf die Bühne im Bürgerhaus Nieder-Roden. Die Schneiders und die Pielkes leben in guter Nachbarschaft, Zaun an Zaun. Man hilft sich gegenseitig, grillt gemeinsam und sieht über unterschiedliche Auffassungen in politischen Fragen geflissentlich hinweg. Die beiden Söhne sind beste Freunde und Klassenkameraden in der Schule. Dann kommt die Bundestagswahl, bei der eine „blaue Partei“ mit deutlich rechtsnationalen Tönen nicht nur gut abschneidet, sondern tatsächlich die Mehrheit erreicht. „Endlich kriegen die oben mal einen Tritt in den elitären Arsch“ denken sich die einen und legen gleich noch ein paar Brocken mehr auf den deutschen Gemüts-Grill. Während die anderen, die selbst empfundenen Gutmensch-Demokraten, sich schreckensbleich die Frage stellen: „Wie konnte so etwas passieren“? Auf den Mikrokosmos dieser zwei benachbarten Familien heruntergebrochen, beschreibt „Deutscher“ den Riss, den diese angenommene politische Zäsur durch unsere Gesellschaft gehen lässt. John von Düffels Bühnenadaption der Drehbücher von Stefan Rogall für die gleichnamige vierteilige ZDF neo-Serie wertet nicht und klagt nicht an. Sie beobachtet. „Deutscher“ für die Bühne ist eine fiktionale gesellschaftliche Versuchsanordnung, die zunehmend Gefahr läuft, von der Realität eingeholt zu werden. Ein Stück, das eigentlich schon längst auf den Bühnen gespielt werden müsste. Eintrittskarten sind im Vorverkauf ab 22 Euro im Fachbereich Kultur, Sport und Ehrenamt in der Alten Apotheke, Schwesternstraße 10, sowie im Internet unter www.frankfurtticket.de zu bekommen. Restkarten können an der Tageskasse ab 19 Uhr erworben werden.