Änderung Steuer & Gebühren 2026

Am 22. Juni hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Rodgau eine Reihe von Steuer- und Gebührenanpassungen sowie die Einführung neuer Steuern beschlossen.


Finanzsituation & Hintergrund

Sind die Maßnahmen notwendig?

Leider ja. Nach der ersten Analyse der Haushalts- und Finanzsituation der Stadt ergab sich ein Fehlbetrag im Ergebnisplan 2026 von 14,1 Mio. € sowie ein Defizit im Finanzplan von 15,3 Mio. €. Der Haushaltsplan war somit gemäß den gesetzlichen Anforderungen nicht ausgeglichen. Die Haushaltsgenehmigung durch die Kommunalaufsicht setzt den Ausgleich des Gesamthaushaltsplans jedoch voraus.

Für die finanzielle Situation gibt es verschiedene Gründe

  • Die Gewerbesteuer ist aufgrund der wirtschaftlichen Lage eingebrochen (von 2023 33 Mio. € Einnahme auf 2026 22,4 Mio. € Einnahme-Prognose). Die restlichen Einnahmequellen können diese Ausfälle nicht kompensieren.
  • Die Leistungen, die Rodgau als Kommune aufgrund von Bundes- und Landesgesetzen erbringen muss, haben im Umfang stetig zugenommen, ohne dass eine entsprechende finanzielle Kompensation erfolgt. Beispielsweise
    • Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz inklusive der Umsetzung der dafür notwendigen Infrastruktur an Kitas
    • Teilweise Kostenfreistellung eines Kitaplatzes
    • Kommunale Wärmeplanung
  • Über die ständig steigende Kreis- und Schulumlage der Stadt Rodgau werden u.a. folgende Leistungen finanziert
    • Gesetzliche Verpflichtungen im Rahmen der Eingliederungshilfe
    • Hilfen zur Pflege
    • Ganztagesbetreuung in den Grundschulen
    • Der Anstieg der Kreis- und oder Schulumlage betrug allein von 2023 auf 2026 28,4 % - das sind 12,437 Mio € mehr
  • Es wird nicht dem Prinzip „Wer bestellt, zahlt.“ entsprochen (fehlende Veranlassungskonnexität).
  • Die Kosten für Personal, Material und bezogene Dienstleistungen sind durch Tarifabschlüsse, Energiekrisen und erhöhte Inflation ebenso in allen Bereichen gestiegen


Einsparungen

Zunächst haben die Verantwortlichen seit November 2025 in mehreren nicht öffentlichen Sitzungen in den städtischen Gremien (Stadtverordnetenversammlung und Magistrat) nach internen Einsparungen gesucht.

So wurden u.a. folgende Einsparungen beschlossen.  

  • Die Anzahl der Sitzungen wurden von jährlich 80 auf 60 reduziert
    • Einsparung potentiell 35.200 € pro Jahr
  • Das Personal der Fraktionen in den Fraktionsbüros wurde reduziert
    • Einsparung von rund 135.601 € pro Jahr
  • Die Anzahl, die Größe der Ausschüsse und die Ausstattung der Fraktionsbüros wurden gestrafft:
    • Einsparung 2026 ca. 150.000 €
    • Einsparung 2027 ca. 200.000 €
  • Es wurde eine Stellenbesetzungssperre für zunächst 12 Monate ausgesprochen.
    • Einsparung 2026 ca. 250.000 € 
    • Einsparung 2027 ca. 1 Mio.€ 
  • Die Stunden für die Kita-Betreuung und daraus resultierend die Aufwendungen für Personal wurden reduziert:
    • Einsparung 2026 ca. 300.000 € 
    • Einsparung 2027 ca. 850.000 €
  • Die Grünpflege wurde für 2026 um 150.000 € gekürzt
  • Das Stadtfest wird 2026 nicht durchgeführt und spart damit 25.000 €

Die Summe der Einsparungen konnte mit rund 5,6 Mio. Euro zwar einen wertvollen Beitrag leisten. Offen blieb jedoch ein Fehlbetrag von 8,5 Mio. Euro. Um den geforderten Ausgleich zu erreichen, wurde nach weiteren Möglichkeiten gesucht. Letztlich musste eine Entscheidung über Mehrerträge bzw. -einnahmen durch die Anhebung bzw. Neueinführung von Gemeindesteuern/-gebühren getroffen werden.

Übersicht der Konsolidierungsmaßnahmen

Die Übersicht zeigt die wesentlichen geplanten neuen Erträge und Einsparungen für 2026 und 2027


Steuererhöhungen & neue Steuern 

Steuererhöhungen

Folgende Steuern werden erhöht.

Rückwirkend zum 1. Januar 2026


Ab dem 1. Juli 2026

Neue Steuern

Neu eingeführte Steuern sind 

Rückwirkend zum 1. Januar 2026

  • Grundsteuer C3.750 % neu - für seit drei Jahren baureife, unbebaute Grundstücke

Ab dem 1. Juli 2026

Zweitwohnsitzsteuer  -  beträgt 10 % der Nettokaltmiete

Ab dem 1. Oktober 2026

Übernachtungssteuer - Übernachtungssteuer von 5% auf die reine Übernachtungsleistung (beispielhaft nur ein Hotelzimmer, nicht das Frühstück)


Gebührenerhöhungen

  • Verpflegungspauschale 
    • für Tagesstättenplätze von bisher 85 € auf 135 € monatlich
      (darin enthalten sind Frühstück, Mittagessen, Nachmittagssnack und Getränke) 
    • für Kindergartenplätze bis 12:30 Uhr ohne Mittagessen von 15 € auf 24 € monatlich
      (darin enthalten sind Frühstück und Getränke)
  • Ersatzhundemarke - von 2,50 € auf 25 € 
    • Anpassung hat das Ziel der Kostendeckung
    • Weiter soll die Erhöhung den Missbrauch der niedrigen Gebühren verhindern bspw. durch das Anschaffen von „Ersatzmarke“ für ein weiteres Tier
  • Weitere Gebühren für allgemeine Verwaltungsleistung wie z.B. Kopien und Beglaubigungen 
    (Änderungen in der Verwaltungskostensatzung im Überblick)