1977

1977

…und es geschah sehr viel, so viel, dass noch nicht einmal eine Aufzählung das alles erfassen kann, was sich in diesem ersten Jahr der "Geschichte" in Rod­gau in den Vordergrund schob.

Das Jahr 1977 brachte den bisher selbständigen Ge­meinden Weiskirchen, Hainhausen, Jügesheim, Du­denhofen und Nieder-Roden den Zusammenschluss, wenn auch noch kein einheitliches Wappen und auch noch nicht den Titel "Stadt" — trotz der nun­mehr gut 33.000 Einwohner.

1977 wurde trotz der neuen Fakten auf politischer Bühne ein Jahr des Überganges, des Überganges erst von fünf Gemeinden zu jenem staatsbeauftrag­ten Übergangsgebilde mit SPD-Vorherrschaft bis hin zum Erdrutsch bei der Kommunalwahl am 20. März 1977, dem Ende der SPD-Hegemonie, mit den damit verbundenen Anfangs-Wehen der neuen Mehr­heit, der CDU, deren eindeutiger Wahlsieg mit über 50 % auch das parlamentarische Aus für die FDP bedeutete.

Trotz Gemeindezusammenschluss blieb und bleibt wohl auch noch für die nächste Zeit die Verwal­tung auf fünf Rathäuser verteilt. Doch Politik und Zusammenschluss, Jugendhauspro­blem und Kostenexplosion beim Bürgerhausbau Dudenhofen von Ende des vergangenen Jahres 2,5 Millionen Mark auf inzwischen 8,5 Millionen Mark und wohl noch mehr, standen nur zeitweise im Vordergrund. Das Jahr 1977 begannen die Rodgauer erst einmal mit zünftigem Faschingsaufgallopp, mit Sitzungen und Festen, die mehr Resonanz denn je fanden, mit einem superlangen Fastnachtszug durch Giesem — so heißt Jügesheim als Fastnachtshoch­burg in Rodgau, der trotz weniger öffentlicher Zu­schüsse erstaunliche Ausmaße annahm, zumal der erstmals vorgenommene Plakettenverkauf sich als lohnende Geldquelle entpuppte. 

In die Faschingszeit fiel jedoch nicht nur der Kom­munalwahlkampf, sondern auch die größte Schüler­demonstration, die Nieder-Roden und Rodgau je sahen. Die Schüler der Gesamtschule Nieder-Roden gingen Mitte Februar auf die Straße und demon­strierten für mehr Lehrer.

Während der Vorstand der Turngemeinde Weiskirchen auch nach der Kommunalwahl bis in den Herbst hinein weiter ums überleben und um Finanzierungshilfe für die inzwischen 10 Jahre alte Sport­halle kämpfte, übernahm die ärztliche Notdienstzen­trale in Dudenhofen die ärztliche Wochenendver­sorgung in der neuen Großgemeinde, rüsteten sich die Vereine für die Saison, feierte der Schützenver­ein Diana Jügesheim die Einweihung seines mit mehr als 200.000 Mark erweiterten Schützenhauses, fei­erten zwei traditionsreiche Gesangvereine, der Män­nerchor Dudenhofen sein 135- und der Nieder- Ro­dener Gesangverein Sängerkranz Polyhymnia sein 105-Jähriges Jubiläum unter großer Beteiligung der Be­völkerung volksfestartig und mit großem Programm.