Stadtarchiv

Aufgeschlagenes altes Buch mit handschriftlichen Einträgen in deutscher Kurrentschrift, aus dem Stadtarchiv


Das Gedächtnis unserer Stadt

Das Stadtarchiv Rodgau bewahrt dauerhaft Unterlagen von besonderer historischer, rechtlicher und kultureller Bedeutung und stellt diese für Forschung, Verwaltung und interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Auf rund 1.000 laufenden Metern bieten Archivalien ab dem 18. Jahrhundert eine wertvolle Quelle zur Stadtgeschichte. Den Schwerpunkt bilden die Bestände aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Gebietsreform im Jahre 1977.

Aufgaben des Stadtarchivs

Regale mit Archivbeständen, gefüllt mit beschrifteten Ordnern und Archivboxen in verschiedenen Farben

Öffentliches Archivgut ist nationales Kulturgut. Vor diesem Hintergrund sammelt, erschließt und sichert das Stadtarchiv Dokumente von bleibendem Wert und trägt zur Erforschung, Kenntnis und Vermittlung der Stadtgeschichte bei. Im Rahmen des demokratischen Rechtsstaates ermöglicht es zeitgleich eine Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Verwaltungshandelns. Neben der amtlichen Überlieferung sammelt es Archivgut zivilgesellschaftlicher und privater Herkunft.

Rechtsgrundlagen bilden hierbei das Hessische Archivgesetz und die Archivsatzung der Stadt Rodgau.



Archivnutzung

Person hält aufgeschlagenes Buch vor Regal mit alten Archivbänden in Bibliothek und liest dieses.
  • Wer kann das Stadtarchiv nutzen?

    Das Stadtarchiv ist für alle Interessierten öffentlich zugänglich. Der Nutzungsantrag und ggf. Antrag auf Verringerung der Schutzfrist kann vorab oder direkt bei Ihrem Besuch im Stadtarchiv gestellt werden.


  • Wozu kann man das Stadtarchiv nutzen?

    Hier können Sie Informationen zur Stadtgeschichte finden, Ihre Familiengeschichte erforschen oder sich über frühere städtische Entwicklungen informieren. Auch für schulische oder wissenschaftliche Arbeiten kann das Archiv wertvolle Quellen bieten.

    Das Team des Stadtarchivs berät gerne bei der Recherche.

  • Wo findet die Nutzung statt?

    Die Vorlage der Archivalien erfolgt ausschließlich im Lesebereich des Stadtarchivs. Darüber hinaus sind Auskünfte und der Versand von Reproduktionen per E-Mail oder auf dem Postweg möglich.

  • Ist die Nutzung kostenpflichtig?

    • Die Einsicht in das Archiv- und Bibliotheksgut ist für die gesamte Dauer der Nutzung kostenfrei.
    • Gebühren können für bestimmte Dienstleistungen wie Auskünfte, Beratung und Recherchehilfen anfallen.
    • Reproduktionen oder beglaubigte Kopien sind grundsätzlich gebührenpflichtig.

    Gebühren des Stadtarchivs 

  • Wohin mit dem alten Papier? – So können Sie das Stadtarchiv unterstützen!

    Archivische Sammlungen leben von den Übergaben aus der Bevölkerung. Sollten Sie beim Stöbern auf dem Dachboden oder bei Haushaltsauflösungen auf

    • alte Fotos
    • Plakate
    • Postkarten
    • historische Schriftstücke
    • Pläne und Karten
    • alte Telefonbücher
    • Druckschriften

    oder andere Dinge, die einen Bezug zu Rodgau haben, stoßen, wenden Sie sich bitte an das Stadtarchiv.

    Besonderes Interesse besteht außerdem an der Übernahme von

    • Personennachlässen und Vorlässen, insbesondere von ehemals politisch, gesellschaftlich oder kulturell aktiven Rodgauerinnen und Rodgauern
    • Vereinen
    • Initiativen
    • Parteien
    • Firmen und Unternehmen

Archivbestände

Archivbestände mit nummerierten Ordnern beschriftet 'WESKIRCHEN' in Regalen

In den 1950er Jahren wurden in den ehemaligen Gemeindearchiven von Jügesheim, Dudenhofen, Nieder-Roden, Hainhausen und Weiskirchen die ersten Unterlagen geordnet und Findmittel erstellt. Eine zweite Erschließungswelle folgte in den 1980er und 1990er Jahren.

Die daraus entstandenen Findbücher bilden das vorhandene Archivgut bis zum Jahre 1977 zu großen Teilen ab und sind zur analogen Recherche im Stadtarchiv einsehbar.

Laufenden Zuwachs erhält das Stadtarchiv durch die verpflichtende Abgabe der in den städtischen Dienststellen entstehenden Akten. Eine Nutzung dieser jüngeren amtlichen Archivbestände ist aufgrund der archivischen Schutzfristen jedoch nur in eingeschränktem Maße möglich.

  • Was kann man im Stadtarchiv finden?

    Die Bestände beinhalten eine Vielzahl stadtgeschichtlicher Archivalien

    • Amtliche Dokumente ab dem 18.Jahrhundert
    • Urkunden und Amtsbücher
    • Orts-, Flur- und Baupläne
    • Personenstandsregister
    • Zeitungssammlungen
    • Bildmaterialien (Postkarten, Fotos etc.)
    • Nichtamtliches Archivgut (Organisationen, Ereignisse etc.)
    • Nachlässe
    • Landeskundliche Archivbibliothek mit Schwerpunkt Rodgau
    • Historische Verwaltungsbibliothek

Zugänglich sind die bereits verzeichneten und nach Rechtslage (Sperrfristen, Urheberrecht und Datenschutz) freigegebenen amtlichen Archivalien sowie nichtamtliche Sammlungen.

Älteres wie neueres Archivgut wird kontinuierlich durch EDV-Findmittel erschlossen.

Perspektivisch wird die digitale Langzeitarchivierung aufgebaut.

Ahnen- und Familienforschung

Bronzebuchstaben und Zahlen auf rauer Steinoberfläche, Teil einer historischen Inschrift zur Ahnen- und Familienforschung

Um mehr darüber zu erfahren, wer die eigenen Vorfahren waren und welche Geschichten es in der Vergangenheit der Familie zu entdecken gibt, liegen dem Stadtarchiv die Personenstandsregister ab dem Jahre 1876 vor.

Beauskunftet werden 

  • Geburtenregister, die älter als 110 Jahre sind
  • Eheregister, die älter als 80 Jahre sind
  • Sterberegister, die älter als 30 Jahre sind

Geburts-, Heirats- oder Sterbeurkunden außerhalb dieser Fristen erhalten Sie beim Standesamt der Stadt Rodgau.

Auskünfte aus den Personenstandsregistern werden in der Regel nur nach schriftlicher Anfrage (E-Mail oder Brief) erteilt.

Das Stadtarchiv stellt keine Urkunden im Sinne des Personenstandsgesetzes aus. Eine Anfertigung von (beglaubigten) Kopien aus den archivierten Personenstandsregistern ist gebührenpflichtig möglich

  • Ablichtung je Registereintrag 12,50 €
  • Beglaubigung je 3 €

Darüber hinaus enthalten auch die übrigen Archivbestände eine große Zahl personenbezogener Unterlagen, welche für genealogische Recherchen aussagekräftig sein können.

Gerne unterstützen wir Sie mit weiteren Hinweisen zur Ahnenforschung.

Gut zu wissen:
Für den Zeitraum von 1566 - 1875 hat das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau die Tauf-, Beerdigungs- und Konfirmandenregister auf archion.de veröffentlicht (kostenpflichtig).

 

Archivbibliothek

Regale mit verschiedenen Büchern und Ordnern in einer Archivbibliothek


Die Präsenzbibliothek des Stadtarchivs unterteilt sich in einen landeskundlichen und einen historischen Bereich. Gesondert sind Zeitungen und Zeitschriften aufgestellt.

Das Sammelgebiet der ortskundlichen Abteilung umfasst

  • Publikationen über Rodgau
  • Publikationen aus Rodgau
  • Publikationen zu oder von Rodgauer Persönlichkeiten
  • Geschichte der Region 
  • Werke zur allgemeinen Geschichte

Die Historische Verwaltungsbibliothek beinhaltet Amts- und Regierungsblätter ab dem Jahre 1819, darunter das bedeutende Reichsgesetzblatt der demokratischen Frankfurter Nationalversammlung von 1848/1849.

Die Nutzung der Medien ist nur im Lesebereich des Stadtarchivs möglich.

Eigenpublikation

Buchumschlag 'Heimat X' mit bronzenen Skulpturen und blauem Himmel, Ausstellung des Stadtarchivs Rodgau

Das Stadtarchiv hat für die Ausstellung "Heimat X" im Rektor-Geißler-Haus einen Katalog erstellt, der für 10 € im Stadtarchiv erhältlich ist. 

Inhalt des Katalogs: 

  • Geschichte, Gegenwart und Zukunft

  • Heimat X

  • Dorflinden und Galgeneichen

  • Die Kerb feiern

  • Frisch und frei turnen

  • Heimat, Propaganda und Repression in der NS-Diktatur

  • Ansichtskarten sind ein Spiegel

Fundstücke aus dem Stadtarchiv

Historische Postkarte zeigt Dudenhofen Hauptstraße mit Pferdefuhrwerk und Fachwerkhäusern, 1925 datiert


Fortlaufend stellen wir an dieser Stelle ausgewählte Archivalien vor und geben interessante Hintergrundinformationen.

  • Zeitkapsel

    Die Urkunde in der Weinflasche

    Eine alte Weinflasche diente rund siebzig Jahre lang als Zeitkapsel für ein ganz besonderes historisches Schriftstück. 

    Die Flasche wurde zu Beginn des 20.Jahrhunderts im Zuge der Errichtung des Denkmals zu Ehren der im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gefallenen Jügesheimer in dessen Sockel eingemauert.

    Die Zeitkapsel wurde im Jahr 1975 zufällig entdeckt, als das Kriegerdenkmal von seinem ursprünglichen Standort an der Straßenecke B45 / Seligenstädter Straße (die heutige Ecke Dudenhöfer Straße / Kurt-Schumacher-Straße) versetzt wurde. Der neue Standort befindet sich am Rande des alten Friedhofs in Jügesheim.

    In der zerbrochenen Weinflasche befand sich eine Urkunde vom Juli 1907 mit handschriftlichen Aufzeichnungen des damaligen Bürgermeisters Franz Appelmann. Unter anderem wurde darin die Bevölkerungsentwicklung in Jügesheim beschrieben:

    Die Zahl der Bevölkerung betrug bei der letzten Volkszählung am 1. Dezember 1905 2087 Seelen. Darunter waren 43 Protestanten und acht Israeliten. Die Einwohnerzahl nimmt ständig zu. Grund hiervon ist der Anschluss der Rodgaubahn. Über die Hälfte der Arbeiter sind in den Fabriken Offenbachs beschäftigt. Außerdem sind in Jügesheim ziemlich stark vertreten: Portefeuiller und Konfektionsschneider. 1899 waren hier vier Schulklassen vorhanden, dieses Jahr werden es 8. (...
    Alte Urkunde mit handschriftlichem Text zur Bestätigung eines Fundstücks in Jügesheim

    StAR JÜ II Konv.2 Fasz.4