Tapinoma magnum

Die Tapinoma-Ameise (auch große Drüsenameise) ist eine mediterrane Ameisenart, die sich mittlerweile auch in Deutschland und in Rodgau ausbreitet. Diese Ameisenart verursacht Schäden an Infrastruktur und in Gärten, da sie Mega-Kolonien mit mehreren Königinnen bildet. Daher ist die Eindämmung der Art schwierig, aber wichtig. In öffentlichen Bereichen übernimmt die Stadt, im privaten der Eigentümer die Bekämpfung.  


Aussehen

Die Tapinoma magnum ist komplett schwarz gefärbt, ohne bräunliche oder rötliche Färbung des Körpers. Entgegen des Namens (magnum = groß) sind die Arbeiterinnen, die man in der Regel sieht,  nicht besonders groß. Sie sind zwischen etwa 2-5 mm lang und treten in vielen verschiedenen Größen gemeinsam auf. Dabei ist die größte Ameise oft doppelt so groß wie die kleinste. 

Die Unterscheidung von anderen Ameisenarten ist nicht einfach. Um die Tapinoma magnum nicht mit nützlichen Ameisenarten zu verwechseln, die streng geschützt sind, kann 

  • zur Bestimmung der Art das Meldeportal des Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) genutzt werden 
  • das Hinzuziehen eines Schädlingsbekämpfungsexperten helfen


Verhalten & Schäden

Verhalten

Das Verhalten unterscheidet sich von anderen Ameisenarten.

  • Auffällig breite Ameisenstraßen
  • Extremes Massenverhalten
  • An den Nesteingängen befinden sich oft sehr große Sandspuren
  • Vorkommen überwiegend in bebauten Gegenden unter Bodenbelägen, die sich schnell aufheizen, wie Pflastersteine, Mauerritzen oder im Erdreich


Schäden

Leider verursacht diese Ameisenart Schäden an Infrastruktur und in Gärten. 

  • Unterhöhlung von Wegen, gepflasterten Flächen und Gebäude mit Tunnelanlagen
  • Eindringen und Einnisten in Stromkästen, Verteilerkästen für Telekommunikation, kann ggfs. zu Kurzschlüssen, Strom- oder Internetausfällen führen
  • Einnisten in Dämmungen, Isolierschichten oder direkt in Mauerspalten
  • Verdrängung einheimischer Ameisen  


Fragen & Antworten zur Tapinoma magnum

  • Wie erkennt man die Tapinoma magnum?

    Zusätzlich zu den Beschreibungen unter Aussehen und Verhalten (siehe oben), ist die Tapinoma magnum durch einen chemischen Geruch zu erkennen, der beim Zerdrücken der Ameise freigesetzt wird.
    Die Ameisenart ist dennoch schwer von anderen Arten zu unterscheiden. Im Zweifelsfall sollte zur Bestimmung der Art  das Meldeportal des Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) genutzt werden, über das Sie Feedback erhalten, ob es sich um eine Tapinoma magnum Ansiedlung handelt. 
    Alternativ kann ein Experte oder Schädlingsbekämpfer hinzugezogen werden. 

  • Sind die Tapinoma magnum Ameisen für Menschen gefährlich?

    Die Tapinoma magnum stellt derzeit keine gesundheitliche Gefahr für Menschen dar. Bei mehreren Bissen können Hautreizungen und allergische Reaktionen auftreten.

    Durch ihre großen Kolonien mit bis zu mehreren Hundert Königinnen und mit mehr als einer Million Arbeiterinnen können sie unter anderem Schäden an Infrastruktur, Fundamenten, Kabeln oder auch Lehrrohren verursachen. 

  • Sind Haustiere gefährdet? 

    Durch die Superkolonien und ihrer aggressiven Art bei Bedrohung können durch mehrere Bisse Hautreizung oder allergische Reaktionen bei Tieren auftreten. 

  • Wie kann die Verbreitung verhindert bzw. bekämpft werden?

    Natürliche Feinde haben die Ameisen nicht. Möglichkeiten, die Tapinoma magnum aufzuhalten, sind:

    Grundsätzliche Vermeidung der Einschleppung

    • Aktuell wird davon ausgegangen dass die Ameisen durch Mittelmeerpflanzen eingeschleppt werden, wie z.B. Blumentöpfe von Oleander oder Olivenbäumen. Prüfen Sie diese gewissenhaft an den Wurzelballen auf einen Ameisenbefall, bevor sie im heimischen Garten eingesetzt werden

    Beseitigung vorhandener Bestände
    Sollten Bestände vermutet werden,  

    • bitte bei öffentlichen Flächen eine Meldung an die Infostelle zur Tapinoma magnum machen.
    • empfiehlt sich auf privaten Flächen die Beauftragung eines professionellen Schädlingsbekämpfers, um die Art zu identifizieren und ggfs. zu beseitigen
  • Wie kann die Vernichtung nützlicher Ameisen verhindert werden? 

    Nicht alle schwarzen Ameisen sind Tapinoma magnum. Eine sichere Bestimmung ist oft nur durch Fachleute möglich. Viele Ameisenarten stehen unter Artenschutz. 

    • Bei öffentlichen Flächen ist die Infostelle zur Tapinoma magnum zu informieren
    • Bei privaten Flächen empfiehlt sich die Beauftragung eines professionellen Schädlingsbekämpfers, um die Art zu identifizieren


Bestimmung der Art

Wenn Sie bei der Bestimmung der Art unsicher sind und sichergehen wollen, keine geschützte Art zu gefährden, können Sie weitere Infos auf der Seite des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) einsehen und dort per 3 Schritte-Prozess eine erste Prüfung vornehmen.

  1. Verdacht prüfen
  2. Bei Verdachtsbestätigung Meldung abgeben
  3. Rückmeldung abwarten

Sie erhalten dann eine Einschätzung des HLNUG.


Meldung

Wenn Sie eine größere Ansammlung auffälliger Ameisen auf Ihrem Grundstück oder im öffentlichen Bereich beobachten, sollten Sie diese der Stadt, konkret der Infostelle zur Tapinoma magnum per E-Mail melden.

Somit kann die Stadtverwaltung die Vorkommen im Stadtgebiet zentral erfassen.

 Hilfreiche Angaben

  • Fundort
  • Foto des Fundortes und der Ausbreitung
  • Beschreibung des Auftretens
  • Seit wann die Tiere beobachtet werden
  • Kontaktdaten für Rückfragen

Meldungen bitte per E-Mail an tapinoma@rodgau.de . Sie erhalten innerhalb weniger Tage eine Rückmeldung.