Volkstrauertag und Ausstellung: Geflohen, vertrieben – angekommen?

Termine am Volkstrauertag

Der Volkstrauertag ist ein bedeutender Bestandteil der Erinnerungskultur an die Toten und Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Die Stadt Rodgau lädt zur Kranzniederlegung auf dem Friedhof in Weiskirchen am Sonntag, 15. November um 12 Uhr ein. Erste Stadträtin Janika Martin wird gemeinsam mit den Anwesenden der Toten gedenken. Die sonst traditionelle Gedenkstunde in der Trauerhalle findet erstmalig in diesem Jahr nicht am Mittag, sondern um 17 Uhr im Rathaus statt. 

Ausstellung & Gesprächsrunde 

Sie steht unter dem Thema „Geflohen, vertrieben – angekommen?“ und widmet sich den Menschen, die zwangsweise ihre Heimat verlassen mussten – damals wie heute. In einer Gesprächsrunde kommen Betroffene und deren Angehörige zu Wort und berichten über ihre Erfahrungen, Verlust und Neuanfang an einem völlig fremden Ort. Bereits ab 15.30 Uhr ist eine Ausstellung im Foyer des Rathauses geöffnet, die sich der Flucht und Vertreibung der Deutschen im 2. Weltkrieg widmet. Sie zeigt auch, wie Mechanismen der Gewaltmigration funktionieren, aber auch, wie die Menschen mit ihrer neuen Situation zurechtgekommen sind. 

Teilnehmende

Die Brücke zur Gegenwart schlagen dann die Teilnehmenden des Gesprächs im großen Sitzungssaal des Hauses. Zur Runde gehören Pfarrer Hermann Differenz und Sigrun Kraus, für die der Versöhnungsgedanke Triebfeder ihrer Fahrten in die Heimat der Väter ist. Mahmoud Haji vom Verein „WISA – Wir sind angekommen“ begleitet Menschen, die heute aus ihrer Heimat fliehen mussten, und Erste Stadträtin Janika Martin wird einen Blick auf die Herausforderungen werfen, die sich damals wie heute beim Zusammenwachsen der Menschen ergeben können. 

Hintergrund & weitere Termine

Mit diesem Veranstaltungsformat möchte die Stadt historische Ereignisse beleuchten und durch diese Linse auf gegenwärtige Problemlagen und Lösungsansätze blicken, um ähnliche Dynamiken rechtzeitig zu stoppen. Der übergreifende Ansatz der städtischen Gedenkstunde von „Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“ bleibt erhalten, bekommt allerdings mehr Raum für eine gemeinsame Auseinandersetzung. Die Gedenkstunde am ehemaligen Lagerfriedhof Rollwald findet am gleichen Tag um 14 Uhr statt. Die Ausstellung zum Thema ist bereits ab 10. November Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 12 Uhr und Mittwochnachmittag zusätzlich von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Sie steht bis zum 18. November im Foyer vor dem Stadtverordnetensitzungssaal.