In Rodgau entsteht zukünftig die neue Verwaltungs- und Organisationszentrale des Deutschen Pétanque-Verband (DPV). Darüber hinaus wird der Standort eine zentrale sportliche Rolle übernehmen. Pétanque ist eine Präzisionssportart und die bekannteste Variante des Boule-Spiels. Den ersten Meilenstein für dieses Projekt haben die Stadt Rodgau und der Verband bereits gesetzt: Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung (Letter of Intent) wurde der Grundstein für die künftige Zusammenarbeit gelegt. Der Deutscher Pétanque-Verband (DPV) ist der bundesweite Dachverband für den Pétanque-Sport in Deutschland. Unter seinem Dach sind die Landesverbände und über 800 Vereine organisiert, in denen knapp 30.000 Mitglieder aktiv sind. Mehr als die Hälfte davon besitzt eine Lizenz und nimmt regelmäßig am offiziellen Wettkampfbetrieb teil. Der DPV organisiert den nationalen Spielbetrieb, richtet Deutsche Meisterschaften aus, verantwortet die Ausbildung von Trainerinnen, Trainern und Schiedsrichtern und koordiniert die Talent- und Leistungssportentwicklung. Darüber hinaus vertritt er den Sport gegenüber Politik, Sportorganisationen und internationalen Verbänden. Die Entscheidung für Rodgau als neuen Hauptsitz ist aus einer gewachsenen lokalen Entwicklung heraus entstanden. In Rodgau gibt es bereits zwei aktive Boule-Vereine, die den Sport seit Jahren vor Ort prägen. Insbesondere der Boule Club Rodgau hat mit mehreren Initiativen frühzeitig das Gespräch mit der Stadt gesucht und das Thema Pétanque aktiv eingebracht. Durch regelmäßige gemeinsame Gespräche zwischen Vereinen, Stadt und Verband entstand schließlich die Idee, über die lokale Ebene hinauszudenken und Rodgau als möglichen zentralen Sitz zu entwickeln. Als potenzieller Standort ist ein Areal am Badesee vorgesehen, jedoch nicht unmittelbar am Strandbad. Es handelt sich um eine größere Ackerfläche, die bereits in der Vergangenheit für andere Projekte ins Gespräch gebracht wurde. Dort ist eine neue Halle geplant, die ein breites Veranstaltungsspektrum auf nationaler und internationaler Ebene ermöglicht, darunter Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und Deutsche Meisterschaften. Dabei soll perspektivisch die Hälfte der deutschen Meisterschaften in Rodgau ausgerichtet werden. Zusätzlich sind regelmäßige Länderpokale und internationale Turniere vorgesehen. Der Standort soll dem Hessischen Pétanque-Verband für eigene Turnier- und Spielwochenenden zur Verfügung stehen. Im Vergleich zu Gersweiler oder Düsseldorf entsteht in Rodgau ein deutlich größeres und leistungsfähigeres Konzept mit 32 Indoor- und 32 Outdoor-Bahnen (insgesamt 64 Spielfelder). Für internationale Meisterschaften werden 32 Indoor-Bahnen benötigt, für Deutsche Meisterschaften bis zu 64 Bahnen. Rodgau soll ein zentraler Mittelpunkt des Pétanque-Sports in Deutschland werden, die Erreichbarkeit für Vereine und Landesverbände verbessern und den Zusammenhalt stärken. Nachhaltigkeit ist ein ebenso ein zentrales Anliegen: Pétanque ist ressourcenschonend, und die Halle soll energieeffizient und weitgehend selbstversorgend sein, inspiriert von französischen Vorbildern. Zudem soll die Versiegelung der Fläche geringgehalten und vorhandene Bodenstrukturen weitgehend erhalten werden.
