Wann ist ein Parkplatz an einer E-Ladesäule belegt? Um diese Frage dreht sich das Projekt „Smart Mobility“ der Stadt Rodgau. Das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation unterstützt das Projekt mit rund 119.000 Euro aus der Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“. Basis für das Vorhaben ist die bestehende offene, urbane Datenplattform. Deren Einrichtung und die damit mögliche smarte Steuerung der Straßenbeleuchtung hatte das Digitalministerium im vergangenen Jahr mit 1,3 Millionen Euro ebenfalls gefördert. „E-Ladeplätze sind ein wichtiger Baustein von Smart Cities. Sie machen klimafreundliche Mobilität alltagstauglich und tragen dazu bei, unsere Städte und Regionen zukunftssicher zu gestalten. Nachhaltige Mobilität kann gefördert und durch intelligente Vernetzung effizient genutzt werden. Die Information über Kapazitäten in Echtzeit trägt dazu bei, unnötige Suchen zu vermeiden und somit gleichzeitig die Akzeptanz von Elektromobilität zu steigern. Rodgau zeigt mit diesem Vorhaben beispielhaft, wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können“, sagte Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus. Rodgau plant, Daten der lokalen Ladeinfrastruktur in die Datenplattform zu integrieren. Über die Schnittstelle des Backends der Ladesäulen werden Informationen zum Betriebsstatus, zur Nutzung und zur aktuellen Belegung an die Datenplattform übertragen. Zusätzlich wird Sensorik auf den Parkplätzen vor den Ladesäulen installiert, um festzustellen, ob ein Parkplatz durch ein nicht ladendes Fahrzeug blockiert ist. Die Backendsysteme der Ladesäulen liefern zwar Informationen zum Betriebsstatus der Ladesäule, jedoch fehlen präzise Daten zur Belegung der zugehörigen Parkplätze. Dies führt dazu, dass Ladepunkte als „frei“ angezeigt werden, obwohl sie tatsächlich blockiert sind. Der Abgleich zwischen den Daten der Parkraumsensorik und den Ladesäuleninformationen soll künftig eine präzise Anzeige des Ladepunktstatus ermöglichen. Dies reduziert unnötige Anfahrten und Ärgernisse für Nutzerinnen und Nutzern und hilft Betreibern, Blockierungen zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen, wodurch die Transparenz und Effizienz der Ladeinfrastruktur verbessert wird. Für das Projekt wird die bestehende offene urbane Datenplattform der Stadt genutzt, die im Rahmen des initialen Projekts zur Digitalisierung der Straßenbeleuchtung eingeführt wurde. Diese Plattform bietet eine robuste Grundlage für datenbasierte Anwendungen und wird nun um einen weiteren Use-Case erweitert. Die modularen Use-Cases wurden so konzipiert, dass sie problemlos auf andere Kommunen mit ähnlicher Infrastruktur übertragbar sind. Ziel im Projekt zum Ladeinfrastrukturmanagement ist eine messbare Verringerung der Blockierungen von E-Ladeplätzen um mindestens 30 Prozent im ersten Jahr. Weitere Vorteile des Projekts sind aus Sicht von Rodgau zum einen eine erhebliche Reduzierung von CO2-Emissionen, indem der Verkehrsfluss optimiert und unnötige Fahrten durch präzise Informationen über Ladeinfrastrukturen vermieden werden. Weiterhin minimiere der Einsatz energieeffizienter Sensorik und moderner Kommunikationsnetze den Energieverbrauch der Systeme. Darüber hinaus werde die Lichtverschmutzung durch die optimierte Steuerung der Ladeinfrastruktur indirekt reduziert. Die Stadt Rodgau in eine smarte Zukunft zu führen, ist auch für Bürgermeister Max Breitenbach ein Hauptthema. „Die Menschen in unserer Stadt erwarten mehr Lebensqualität. Dazu gehört auch mehr Digitalisierung, eine effiziente Strategie und weniger Bürokratie, also mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Alltag.“ Um die Kommunen zu unterstützen, Austausch und Vernetzung zu ermöglichen, hat die Hessische Landesregierung im Frühjahr 2020 die Geschäftsstelle Smarte Regionen im Haus der Digitalministerin eingerichtet. Mit dem Programm „Starke Heimat Hessen“ werden die Kommunen bei wichtigen Zukunftsprojekten unterstützt. Über die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“ stellt das Land seit 2021 rund 16 Millionen Euro jährlich für kommunale Digitalisierungsvorhaben bereit. Bisher wurden beziehungsweise werden 125 Vorhaben mit einer Gesamtfördersumme von rund 92 Millionen Euro unterstützt. Seit 2025 ergänzt eine neue Förderlinie das Programm: Sie unterstützt die Nachnutzung erprobter, datenplattformbasierter Lösungen. Auch nicht direkt geförderte Kommunen profitieren über Formate des Wissenstransfers, etwa durch die Best-Practice-Datenbank oder Erfahrungskreise.
Nähere Informationen unter www.digitales.hessen.de/Foerderprogramme/Starke-Heimat oder www.smarte-region-hessen.de.