Holocaust-Gedenktag KABARETT IM KZ

Kategorie: Veranstaltung
Holocaust-Gedenktag KABARETT IM KZ
KABARETT IM KZ - Grammophonlesung
Ein dunkles Kapitel deutscher Kulturgeschichte in
Liedern, Texten, Filmen und Schelllackplatten präsentiert vom Musikkabarettisten Jo van Nelsen
Seit 1996 wird in Deutschland der 27. Januar als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen - der Tag, an dem das Vernichtungslager Auschwitz mit seinen etwa 7.000 verbliebenen Gefangenen befreit wurde. In diesem Jahr begeht die Stadt Rodgau den Holocaust-Gedenktag im Stadtverordnetensaal im Rathaus ab 19.30 Uhr (Einlass bereits um 19.00 Uhr)mit einer Grammophonlesung des Musikkabarettisten Jo van Nelsen mit dem Titel „KABARETT IM KZ“.
Um selbst an Orten des Schreckens ein Stück Normalität und Ablenkung zu ermöglichen, ereignete sich Unvorstellbares: Kabarett im Konzentrationslager. Sowohl in Westerbork als auch in Theresienstadt traten zahlreiche inhaftierte Unterhaltungsgrößen der Weimarer Republik auf - teils heimlich, teils auf Anordnung.
Dieses nahezu vergessene und zugleich problematische Kapitel der Kulturgeschichte macht der Frankfurter Musikkabarettist Jo van Nelsen in seiner Grammophonlesung erneut sichtbar. Er berichtet von den Lebenswegen zahlreicher inhaftierter Künstlerinnen und Künstler, darunter Isa Vermehren, Willy Rosen, Paul O’Montis und Kurt Gerron, liest ihre Texte, interpretiert ihre Lieder und lässt historische Schellackplatten erklingen.
Sie erwartet ein weiterer Abend gegen das Vergessen und für das Erinnern an jene, die Unterhaltung zu ihrem Lebensinhalt gemacht haben – auch hinter Stacheldraht. Menschen, die erfahren mussten, dass der gelbe Stern oder der rosa Winkel selbst nach dem Ende des Krieges schwerer wog als ihre künstlerische Leistung. Gleichzeitig ist dieser Abend jedoch auch von Heiterkeit geprägt, denn die vorgestellten Autorinnen und Autoren sowie Interpretinnen und Interpreten waren herausragende Meisterinnen und Meister ihres Fachs.
Die Organisatoren laden ein, sich dieser besonderen Form des Gedenkens und der Erinnerung anzuschließen und damit in der heutigen Zeit – aktueller denn je – ein Zeichen für Toleranz und gegen Antisemitismus und Diskriminierung zu setzen.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei und steht allen offen.
Um eine vorherige Anmeldung wird aufgrund der begrenzt zur Verfügung stehenden Sitzplätze gebeten. Fragen zur Veranstaltung beantwortet das Büro Vielfalt und Bildung per Mail unter vielfalt@rodgau.de oder telefonisch 06106 693-1239.