Konzepte
Die Konzepte zur Gestaltung, Mobilität und Nutzungsmischung zeigen, wie das Zentrum rund um den Puiseauxplatz ganzheitlich und zukunftsfähig weiterentwickelt werden soll.
Gestaltungskonzept für den öffentlichen Raum
Das Quartierszentrum rund um den Puiseauxplatz benötigt eine übergeordnete gestalterische Entwicklungsidee. Gestaltungselemente wie Oberflächengestaltung, Begrünung und Beschattung, Beleuchtung, Möblierung oder Wasserspiele formen den öffentlichen Raum maßgebend. Hierfür hat das Konzept Gestaltungsprinzipien aufgestellt und Vorschläge für künftige Umgestaltungen des Fördergebietes gegeben. Vertiefend wurde der Puiseauxplatz betrachtet.
Beauftragt mit der Konzepterstellung war die Planergruppe ROB aus Schwalbach. Als Auftakt hat im September 2023 eine öffentliche Beteiligung (Charette-Verfahren) stattgefunden, bei der über 100 Ideen und Wünsche von Bürgerinnen und Bürgern gesammelt wurden. Die Ergebnisse können hier eingesehen werden und flossen in das Gestaltungskonzept ein.
Charette-Verfahren
- Wie kann der Puiseauxplatz in der Zukunft aussehen?
- Was sollte unbedingt erhalten bleiben, was würde man sich wünschen?
Im Rahmen des Förderprogramms „Zuhause im Zentrum“ wurde am 20. September 2023 um 18 Uhr direkt auf dem Platz ein Charette-Verfahren durchgeführt.
Ein Charette-Verfahren ist eine öffentliche Planungsmethode zur Stadt- und Regionalentwicklung mit direkter Beteiligung der Bürgerschaft. Gemeinsam wurden die Wünsche und Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger zur Gestaltung des Puiseauxplatzes gesammelt und auf dieser Grundlage eine Planskizze noch vor Ort erstellt.
Das Ergebnis der Zusammenarbeit:
- Rückbau des vorhandenen Brunnens und Herstellung eines ebenerdigen Wasserspiels mit Wasser- und Nebeldüsen im zentralen Platzbereich
- Schaffung einer Aufenthaltsmöglichkeit (Sitzinsel) mit Sonnensegel zur Verschattung am Wasserspiel
- Anlage eines Trinkbrunnens im Bereich des Wasserspiels
- Entsiegelung der Fläche unter dem Platanenhain, Anlage einer wassergebundenen Decke und Herstellung einer multifunktionalen Aufenthalts- und Verweilfläche mit Sitzinseln und (Kleinkinder-) Spielgeräten, Angebot als Aktionsfläche (Speakers Corner…)
- Entsiegelung der Platzränder und Anlage von Grün- und Blühflächen im Bereich der bestehenden Baumstandorte zur Erhöhung des Durchgrünungsgrades, Stärkung der Biodiversität und Verbesserung der kleinklimatischen Verhältnisse, Herstellung von verschatteten Sitz- und Verweilmöglichkeiten
- Ergänzende Baumpflanzungen an den Platzrändern zur Erhöhung des Durchgrünungsgrades und der Verschattungsmöglichkeiten
- Anpflanzung zweier großkroniger Solitärbäume am Übergang zur Obere Marktstraße („Grünes Tor“ zum Platz)
- Aufstellung von Leuchtstelen zur Führung der platzquerenden Wegebeziehungen (Rodensteinstraße, Obere und Untere Marktstraße) und zur adäquaten Ausleuchtung des Platzbereiches in den Abendstunden
- Verlagerung der vorhandenen Figurengruppe des Brunnens an einen öffentlich wirksamen Standort im Zugangsbereich von der oberen Markstraße aus
- Einbindung und Aufwertung der vorhandenen Außengastronomieflächen in die Gesamtkonzeption
Das Gestaltungskonzept wurde von den Stadtverordneten im September 2024 beschlossen. Folgende erste Maßnahmen sollen daraus umgesetzt werden:
- Eingrünung des Zugangsbereiches von der Oberen Marktstraße (Herstellung von Blühflächen und Sitzmöglichkeiten, Pflanzung eines Solitärbaumes)
- Herstellung randlicher Blühflächen Höhe Puiseauxplatz 4/7 (Herstellung von Blühflächen und Sitzmöglichkeiten, Pflanzung eines Solitärbaumes)
- Herstellung randlicher Blühflächen Höhe Puiseauxplatz 2/2a (Herstellung von Blühflächen und Sitzmöglichkeiten)
- Herstellung einer Blühfläche mit Baumpflanzung Zugang Untere Marktstraße (Herstellung von Blühflächen und Sitzmöglichkeiten, Pflanzung eines Solitärbaumes, Aufstellung von Fahrradständern)
Teilräumliches Mobilitätskonzept
Das teilräumliche Mobilitätskonzept soll Bausteine für die Mobilität von morgen liefern. Dabei sollen insbesondere die Wege in das Nieder-Röder Zentrum und auf den Puiseauxplatz betrachtet sowie die nachhaltigen Mobilitätsformen in den Vordergrund gestellt werden. Das Konzept zielt darauf ab, durch zusammenspielende Maßnahmen das Mobilitätsverhalten der vor Ort lebenden Menschen hin zu einer umweltfreundlichen Mobilität zu fördern. Insbesondere soll die Parkraumsituation analysiert und sowohl nachhaltige als auch kundenfreundliche Maßnahmen erarbeitet werden.
Mit der Konzepterstellung wurde das Fachbüro Habermehl & Follmann aus Rodgau Nieder-Roden beauftragt. Das teilräumliche Mobilitätskonzept wurde von den Stadtverordneten im September 2024 beschlossen.
Folgende erste Maßnahmen sollen daraus umgesetzt werden:
- Fahrradabstellplätze: Schaffung bzw. Erweiterung von Radabstellplätzen im Fördergebiet – nach Möglichkeit mit Überdachung und ausreichend beleuchtet
- Fahrradstraßen: Umgestaltung der Wiesbadener Straße, des Krümmlingswegs und der Otzbergstraße (die Durchfahrt für den Kfz-Verkehr wird freigegeben)
- Umstrukturierung Frankfurter Straße / Lichtenbergstraße: Führung des Radverkehrs, wenn möglich, auf Schutzstreifen
- Umgestaltung Untere Marktstraße: Schaffung eines „Eingangstors“ durch Erhöhung der Aufenthaltsqualität sowie Erweiterung der gemeinsamen Geh- und Radwege
- Umgestaltung Obere Marktstraße: Verbreiterung der Gehbereiche vor den Geschäften, Neuordnung der Parkflächen und Erhöhung der Aufenthaltsqualität durch Umgestaltung
Strategiekonzept Nutzungsmischung
Die Erarbeitung eines Nutzungskonzepts dient der gezielten zukunftsfähigen Entwicklung des Zentrums. Es soll eine einheitliche Zielvorstellung geschaffen werden, die die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren aus Einzelhandel, Politik, Verwaltung, Ehrenamtlichen, Bürgerinnen und Bürgern und Immobilienbesitzenden erleichtert. Hierfür wurde ein Flächenmanagement mit Nutzungskonzept angedacht. Dieses unterstützt die Entwicklung von Nachnutzungs- und Zwischennutzungskonzepten. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf die bestehenden Leerstände rund um den Puiseauxplatz gelegt werden. Beauftragt wurde damit die Imakomm AKADEMIE aus Stuttgart. Das fertige Konzept ist im Dezember 2023 der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt worden.
Die Strategie setzt sich aus drei zentralen Elementen zusammen, deren Details Sie in dem Nutzungskonzept (vor allem in Kapitel fünf und sechs) nachlesen können:
- Strategische Stoßrichtungen für das Zentrum Nieder-Rodens
- Konkrete Kernmaßnahme pro strategischer Stoßrichtung
- Empfehlung zur künftigen Gestaltung der Strukturen für die strategischen Stoßrichtungen