Städtebauförderungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt“
Ausgangslage
Mit der Aufnahme des Projekts „Zuhause im Zentrum“ in das Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ wurde bereits in 2022 die Entscheidung getroffen, das Gebiet rund um den Puiseauxplatz nachhaltig zu entwickeln und zu gestalten.
Verschiedene Grundlagen für bauliche Umgestaltungsmaßnahmen wurden im Rahmen des Förderprogramms erarbeitet, zum Beispiel
- der Wettbewerb zum Sozialzentrum
- ein teilräumliches Mobilitätskonzept
- ein Gestaltungskonzept
Die Umsetzung konnte jedoch aufgrund der untergeordneten Bedeutung baulich-investiver Maßnahmen sowie der begrenzten Programmlaufzeit (bis 2025) nicht über dieses Förderprogramm finanziert werden.
Für die Umsetzung der umfangreichen städtebaulichen Maßnahmen rund um den Puiseauxplatz wurde daher ein daran anknüpfendes Förderprogramm gesucht. Eine gute Möglichkeit dafür bot das Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“.
Ziel des Förderprogramms
Mit dem Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ werden Städte und Gemeinden dabei unterstützt, Stadtteile mit besonderem sozialen, baulichen oder wirtschaftlichen Entwicklungsbedarf aufzuwerten. Ziel ist es, den öffentlichen Raum zu verbessern, soziale Angebote auszubauen, das Engagement der Bürgerinnen und Bürger zu stärken und die Zusammenarbeit vor Ort zu fördern. So sollen sich die Lebens- und Wohnbedingungen der Menschen dauerhaft verbessern.
Verlauf
Zunächst wurde der Antrag der Stadt Rodgau, das Fördergebiet „Zuhause in Nieder-Roden“ in das Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ aufzunehmen, durch das zuständige Ministerium für die Jahre 2024 und 2025 abgelehnt.
Im November 2025 erfolgte die Mitteilung, dass das Gebiet ab 2026 in das Förderprogramm aufgenommen werden kann. Auf Grundlage des bereits gefassten Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung hat die Verwaltung nun mit der Erarbeitung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts sowie mit dem Aufbau der vorgesehenen Steuerungsstruktur begonnen.
Fragen & Antworten
Welches Gebiet wird mit dem Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ unterstützt?
Im Vergleich zum Förderprogramm „Zuhause im Zentrum“ wurde das vorgesehene Fördergebiet punktuell erweitert und reicht von der Schulstraße südlich der Gleise bis hin zu den dicht bebauten Wohnquartieren an der Seestraße. Die Aufnahme des Bahnübergangs erfolgte, um auch die Verknüpfung zwischen den Ortszentren zu fördern. Die Ausweitung hat vor allem die Integration sozial schwacher Quartiere zum Ziel, da das Programm hierauf spezialisiert ist. Eine geringfügige Anpassung der Gebietsabgrenzung kann im Rahmen der Erstellung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts erfolgen.
Welche Handlungsfelder zählen zur nachhaltigen sozialen Stadtteilentwicklung und wie können diese konkret auf Nieder-Roden übertragen werden?
Handlungsfelder
Soziale und kulturelle Infrastruktur sowie Bildungsorte
- Modernisierung, Erweiterung und Neubau von wohnortnahen Gemeinbedarfseinrichtungen
- Schaffung von Orten für außerschulische Bildung, z.B. für Nachmittagsbetreuung oder Sprachkurse
Konkret für Nieder-Roden heißt das:
Für das in die Jahre gekommene Sozialzentrum in Nieder-Roden soll ein neues Stadtteilzentrum entstehen.Nachbarschaftliches Zusammenleben, Integration, Inklusion und Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen
- Nutzung von z.B. Quartierszentren und Nachbarschaftshäusern als wohnortnahe Orte der Begegnung
- Unterstützung nachbarschaftlicher Netzwerke und Strukturen
- Schaffung geeigneter Beteiligungsstrukturen und -formate
Konkret für Nieder-Roden heißt das:
- Organisation von Nachbarschaftsfesten
- Schaffung neuer Begegnungsstätten, wie Nachbarschaftscafés
- aufsuchende Arbeit mit „mobilen Angeboten“ für Jugendliche
- Anknüpfung an geschaffenen Strukturen der Gemeinwesenarbeit
- Schaffung eines Begegnungs- und Kommunikationsraum auf dem Puiseauxplatz
Öffentliche Räume und Freiflächen für Begegnung, Freizeit, Bewegung, Sport und Gesundheit
- öffentliche und wohnortnahe Freiflächen
- Verbesserung der Gestaltungs- und Aufenthaltsqualität
- Schaffung bewegungsfördernder Freiflächen
Konkret für Nieder-Roden heißt das:
- Umsetzung der Maßnahmen aus dem Gestaltungskonzept
- Schaffung eines Begegnungs- und Kommunikationsraum auf dem Puiseauxplatz
Klimaschutz, Klimafolgenanpassung, grün-blaue Infrastruktur und Umweltgerechtigkeit
- Maßnahmen zur Reduzierung der Umgebungstemperatur
- Verbesserung des Mikroklimas durch Verschattung, Entsiegelung und Wasserflächen
Konkret für Nieder-Roden heißt das:
- Aufwertung stark versiegelter Stadtbereiche durch Begrünung
- zusammenhängende Grünverbindungen
- bodentiefes Wasserspiel auf dem Puiseauxplatz
Nachhaltige Mobilität
- Schaffung einer guten verkehrlichen Anbindung
- Stärkung nachhaltiger Mobilität, insbesondere Nahmobilität durch Rad- und Fußverkehr
Konkret für Nieder-Roden heißt das:
- Umsetzung der Maßnahmen aus dem teilräumlichen Mobilitätskonzept
- Stärkung des Fuß- und Radverkehrs
- sinnvolle Wegeführungen
- Ausbau Radabstellplätze
- Ausbau E-Lademöglichkeiten
Förderbeispiele
- Öffentlichkeitsarbeit, zur Einbindung und Aktivierung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie aller Akteure im Fördergebiet
- Herstellung oder Umgestaltung von Freiflächen wie öffentlichen Plätzen, Grünanlagen, Spiel- und Sportplätzen
- Herstellung von öffentlichen Fuß- und Radwegen, Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen im Siedlungsbereich, wie beispielsweise die Schaffung von Frisch- und Kaltluftbahnen
- Schaffung bzw. Erhaltung von Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen durch Neubau oder Modernisierung
- Einrichtung eines Verfügungsfonds zur stärkeren Beteiligung und Mitwirkung lokaler Akteure im Fördergebiet
Übersichtskarte des Fördergebiets
Einen Überblick über das Fördergebiet des Städtebauförderungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ - auch zum Herunterladen