Einigung am „Historischen Ortsbering“

Die Stadt Rodgau und die Bürgerinitiative „Schotti“ haben im beidseitigen Einvernehmen einen tragfähigen Lösungsvorschlag für ihre Gremien im Kontext der zukünftigen Nutzung/Widmung des „Historischen Ortsbering“-Weg an der Rodau in Dudenhofen erarbeitet. 

Ein sogenannter „Ortsbering“, ist ein Weg, der den alten Ortskern umschließt und im Rahmen des Umlegungsverfahrens nach Reichsumlegungsordnung u.a. zur Entlastung der engen Hofreiten sowie als Verbindungsweg als Teil des Wegenetzes für Feld und Flur, Viehtrieb und Fußgänger in das Umlegungsverfahren einbezogen wurde. Die bisher gültige Widmung erscheint überholt.

Die ursprüngliche land- und forstwirtschaftliche Bedeutung hat sich heutzutage merklich reduziert, weshalb eine Anpassung angezeigt ist und vorgenommen werden soll.  Konkret heißt das nun im Ergebnis für diesen Weg, dass er zur Fahrradstraße umgewidmet werden soll. Das Aufstellen von Pollern an der Kreuzung Bleichstraße wird zukünftig motorisierten Durchgangsverkehr verhindern. Die Ausweisung eines absoluten Halteverbots auf der gesamten Fahrradstraße soll die Verkehrssicherheit zusätzlich erhöhen. 

Die Einfahrt in die beiden entstehenden Sackgassen wird für Anlieger frei sein, wodurch für diese eine Anfahrt ihrer Grundstücke jederzeit möglich sein wird. Es besteht Einigkeit darüber, dass diese Verkehrsfläche jahrzehntelang gute Dienste im Sinne ihrer Erschaffer geleistet hat. Sie wird künftig wichtiger Baustein des innerstädtischen Radverkehrsnetzes und somit ein wesentlicher Faktor für die kommunale Verkehrswende sein. Gleichzeitig ist für alle Beteiligten wichtig, dass die Anlieger ihre Grundstücke dauerhaft rechtssicher erreichen können. 

Beide Aspekte in einen angemessenen Ausgleich zu bringen und dabei die Förderung und Vorzüge der Nahmobilität parallel zur Nieuwpoorter Straße für die Bevölkerung nicht aus dem Auge zu verlieren, war und ist das gemeinsame Ziel der Bürgerinitiative „Schotti“ und der Stadt Rodgau. „Die Widmung zu einer Fahrradstraße ist die Lösung, die die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt und eine tragfähige Grundlage für die Zukunft schafft. Damit gehen wir einen wichtigen Schritt im Ausbau unserer Mobilitätsinfrastruktur. Dass wir diesen Weg gemeinsam im Sinne aller beschreiten freut mich umso mehr, denn das ist immer unser Ziel.“, resümiert Bürgermeister Max Breitenbach. 

Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit streben die Stadt Rodgau und die Bürgerinitiative „Schotti“ den Ausbau einer beleuchteten Fahrradstraße und das Aufbringen einer Asphaltdecke an. Mit Blick auf die schwierige Haushaltslage stehen diese baulichen Veränderungen jedoch unter dem Vorbehalt einer entsprechenden Förderung durch Landesmittel.

Die Vertreter der Bürgerinitiative und der Stadt Rodgau bringen einvernehmlich zum Ausdruck, dass darüber hinaus die Umwelt und der Erhalt des Naherholungscharakters entlang der Rodau geschützt und Teilhabe gefördert werden soll. „Gerade in der aktuellen Jahreszeit zeigt sich durch das verkürzte Tageslicht, dass erst nach einem Ausbau eine gefahrlose und barrierefreie Nutzung des Ortsbering für alle Mitbürger gegeben ist “, so die Bürgerinitiative „Schotti“. 

Dank der intensiven und konstruktiven Schlichtung und Empfehlung aller Beteiligten wird eine ganzheitliche Planung entworfen, die einen ausgewogenen Ausgleich zwischen den berechtigten Interessen von Anliegerinnen und Anliegern und der städtebaulichen Verkehrsplanungen im Sinne aller schafft.