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15.10.2019

Hildegard von Bingen - Die Visionärin

Hildegard von Bingen – Die Visionärin, mit dem 2. Inthega-Preis DIE NEUBERIN prämiertes Schauspiel, wird am 1. November, 20 Uhr, im Bürgerhaus Nieder-Roden, Römerstraße 15, aufgeführt. Unter der Regie von Thomas Luft spielen Anja Klawun in der Titelrolle, acht Darsteller, Cornelia Melián, Gesang, und ein Musiker. Bereits um 19.15 Uhr findet eine Einführung zum Stück mit dem Regisseur Thomas Luft im kleinen Saal des Bürgerhauses Nieder-Roden statt. Kann eine Frau Gott näher sein als jeder Mann? Kann sie Visionen empfangen, wie sie keinem Mann je zuteil geworden sind? Unmöglich. Nicht nur in der patriarchalischen Welt des Mittelalters. Und doch schien es so gewesen zu sein. Zum Ende des 11. Jahrhunderts wird in Bermersheim am Rhein ein schwächliches Mädchen mit Namen Hildegard geboren. Als zehntes Kind adeliger Herkunft war ihr ein gottgeweihtes Leben vorbestimmt. Niemand aber konnte ahnen, dass aus dem kränklichen Mädchen eine der bedeutendsten Frauen der Weltgeschichte werden sollte. „Gottes kleine Posaune“, wie sie sich selbst nannte, blies den Großen und Größten ihrer Zeit kräftig den Marsch. Und mit ihrem unglaublichen Willen versetzte sie zwar keine Berge, aber sehr wohl Klöster. Trotz immer wiederkehrender schwerer Erkrankungen, die sie als Prüfungen betrachtete, war sie von nahezu unerschöpflicher Energie und Aufmerksamkeit für alles, was sich im Lebendigen zeigt. Ihre Visionen wurden zum Leitbild für ganze Generationen. Als Nonne, Äbtissin und Autorin von bedeutenden theologischen Werken, als Naturwissenschaftlerin, Ärztin und Komponistin wurde sie zu einer der größten geistlichen Autoritäten des mittelalterlichen Europa. Was trieb diese Frau an? Was gab ihr die Kraft, gegen alle Konventionen und Widerstände ihren Visionen zu folgen, sich und ihrem tiefen Glauben treu zu bleiben?
In Zusammenarbeit mit der Autorin Susanne F. Wolf (Bühnenadaption Die Päpstin) entstand ein Schauspiel, das den Lebensweg dieser außergewöhnlichen Frau nachzeichnet: Von den ersten Visionen über die Konfrontation mit den kirchlichen Instanzen und weltlichen Würdenträgern ihrer Zeit bis hin zur Erkenntnis von der Einheit der Dinge. Im Stück verschmelzen belegte biographische Wirklichkeit und – behutsam eingesetzte – fiktionale Elemente zu einem faszinierenden Ganzen. Es entsteht eine spannende theatrale Annäherung an eine Persönlichkeit, deren Namensbedeutung Programm scheint - Hildegard: Kampf und Schutz. Musik hatte für Hildegard eine ganz besondere Bedeutung: Himmlische Klänge als Ausdruck höchster Harmonie, die die Menschen Gott nahe bringen. Diese Klänge werden ein zentraler Punkt des Stückes sein. Eine hoch spirituelle, eine hochsensible Frau, von Beginn an Außenseiterin, stellt sich zeitlebens ihren Ängsten, Unsicherheiten und mannigfachen Herausforderungen. Hildegard überwindet Krisen und verkündet ihre – höhere – Wahrheit. Um dieser zu folgen, widerspricht sie, kritisiert und rüttelt auf, vom Klerus bis zum Kaiser. Visionen, Wunderheilungen, Erkenntnisse, verzweifelte Ausbrüche: Hildegard, eine Begnadete, Begabte, Lodernde, verlangt sich und ihren Mitmenschen alles ab. Unermüdlich, ungebrochen und hingebungsvoll bis zuletzt geht sie ihren einzigartigen Weg. Ein Stück über Liebe, Glauben, Wahrheit und beeindruckende Menschlichkeit. Karten sind im Vorverkauf ab 22 Euro in der Agentur für Kultur, Sport und Ehrenamt in der Alten Apotheke, Schwesternstraße 10, sowie im Internet unter www.frankfurtticket.de zu bekommen. Restliche Karten können an der Abendkasse ab 19 Uhr erworben werden.


Die Autorin
Die Autorin, Dramaturgin und Regisseurin Susanne Felicitas Wolf stammt aus Mainz und lebt in Wien. Sie war an Theatern wie dem Schauspiel Frankfurt, dem Volkstheater Wien und dem Schauspielhaus Wien engagiert und hat Texte bzw. Theaterstücke unter anderem für das Schauspielhaus Wien, die Komische Oper Berlin und das Volkstheater Wien geschrieben. Von ihr stammt auch die Bühnenfassung für die Produktion Die Päpstin, für die theaterlust mit dem Inthega-Preis DIE NEUBERIN 2014 ausgezeichnet wurde.

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